Modellieren, zeichnen und berechnen in einem Modell

Gegenüber dem Hauptsitz von Voortman Staalbouw in Rijssen eröffnete 2014 ein hochmodernes Experience Center, in dem die neuesten Innovationen und Entwicklungen von Voortman der Öffentlichkeit gezeigt werden können. In der 2.000 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche des Experience Centers sind fast alle Voortman-Maschinen betriebsfähig. Im Showroom steht die Ausrüstung für die Bearbeitung von Stahlprofilen, Platten, Abisolierungen und Oberflächenbehandlung dauerhaft für Demonstrationen bereit. Der Bereich bietet auch die Möglichkeit, Veranstaltungen für (potenzielle) Kunden, Lieferanten, Industrieverbände und andere Interessengruppen zu organisieren.

Text: Lieke van Zuilekom


Die gesamte Elektro- und TGA-Planung für das Experience Center wurde vom Ingenieurbüro 2 Steps Ahead BV in einer BIM-Umgebung entwickelt. Inhaber Ruud Semmekrot zum Projekt: „Wir haben die gesamte Projektierung samt allen technischen Zeichnungen und die Entwurfsplanung übernommen.“ Während des gesamten Entwicklungsprozesses arbeitete das Team von 2 Steps Ahead eng zusammen mit der Voortman Steelgroup. „Die Voortman Steelgroup hat, mit Hilfe von Voortman Staalbouw, das architektonische und strukturelle 3D-Modell erstellt, in dem wir dann die technische Installation geplant haben“, so Semmekrot. „Das Installationskonzept wurde nicht von uns, sondern durch die Partnerfirma DWA entwickelt. Wir haben dieses Konzept zur Ausführungsplanung erweitert. Die Anlagen wurden auf Basis unserer Entwürfe realisiert.“

Modellieren, zeichnen und berechnen

2 Steps Ahead BV setzte hierbei die OpenBIM-Software DDS-CAD ein. Ein Erfolg für dieses Projekt, laut Semmekrot: „Wir haben nicht nur den Auftrag erhalten, die Zeichnungsvorgaben zu liefern, sondern auch die Planung in eine Reihe von Detailzeichnungen umzusetzen. Dies erforderte zusätzlichen Aufwand. Allerdings war DDS-CAD eine ausgezeichnete Wahl für diesen Zweck. Neben der Modellierung ermöglicht die Software auch, traditionelle CAD-Zeichnungen zu erstellen und integrierte Berechnungen zu nutzen. Bei Änderungen in der Konstruktion, lassen sich die technischen Auswirkungen direkt berechnen. Eine einmalige Möglichkeit in der BIM-Welt und ein Erfolg für dieses Projekt.“

Semmekrot verweist auf die strukturellen Herausforderungen des Projekts, da das Experience Center in die bestehende Struktur eines ehemaligen Industriegebäudes gebaut wurde: „Die ersten drei Linien des Gitternetzes der Produktionshalle wurden in ein luxuriöses Büro umgebaut. Das gab Möglichkeiten und Grenzen vor. Wir mussten in den und um die bestehenden Strukturen herum arbeiten und dabei versuchen, die Installation in den verfügbaren Platz einzuplanen. Zum Teil war wirklich eine genaue Kontrolle und Messung nötig, um die Installation richtig einzupassen, aber zum Glück ist es uns gelungen. Weil wir in der Lage waren, Engpässe und Kollisionen in einem frühen Stadium zu lösen bzw. zu verhindern, konnten wir Kosten durch Fehler während der Bauphase so weit wie möglich vermeiden.“

Optimierung der Planung

Eine besonders hervorstechende Installation im Experience Center ist eine Kaltwassermaschine, die auch als Wärmepumpe funktionieren kann. Die Verteilung von Wärme und Kälte erfolgt durch ein sogenanntes 4-Rohrsystem sowie verschiedene Niedertemperaturbereiche. Ein Lufteinlasssystem steuert die Versorgung mit frischer, gekühlter Luft pro Raum. In einigen Bereichen wird CO2-Kontrolle angewendet. Der Boden der zentralen Halle wird sowohl für Kühlen als auch Heizen genutzt. „In der Entwurfsplanung haben wir einen Teil der elektrischen und mechanischen Anlagen im Gebäude auf andere Weise integriert als ursprünglich gedacht.“, berichtet Semmekrot. „Zum Beispiel haben wir die Luftkanäle ganz anders dimensioniert und die Klimageräte wurden an einem anderen Ort aufgestellt. In der Entwurfsphase haben wir wirklich die gesamte Planung optimiert, um Best-Ergebnisse zu erreichen.“

Die Tatsache, dass 2 Steps Ahead BV mit DDS-CAD plante und Voortman staalbouw mit Revit, war dabei kein Problem laut Semmekrot. „Im Vorfeld haben wir diskutiert, wie wir die Informationen austauschen können. Da DDS-CAD eine zertifiziert OpenBIM-Software ist, verlief der Informationsaustausch reibungslos und ohne Probleme. "

Die Zukunft von BIM

Semmekrot geht davon aus, dass in Zukunft mehr und mehr Bau-Partner in BIM-Projekten zusammenarbeiten werden, so dass deutlich mehr Informationen in Echtzeit verfügbar und Gebäudemodelle bis ins kleinste Detail in 3D durchgeplant sein werden. „In der Zukunft bauen wir ein Gebäude zweimal; von Kopf bis Fuß. Zunächst virtuell und dann im wirklichen Leben, in dem es dann keine Überraschungen mehr geben wird. Kommunikationsfehler und unvorhergesehene zusätzliche Baukosten werden auf ein Minimum reduziert. Das sind gute Nachrichten für alle Konstruktionspartner und den Kunden, der Zugriff auf ein vollständiges Informationsmodell des Gebäudes haben wird, auf dessen Grundlage sich Instandhaltung und Facility Management komplett verwalten lassen. Dies ermöglicht, Wartungsarbeiten und damit verbundene Kosten im Detail abzubilden. Ein großer Schritt nach vorn.“

Allerdings weist Semmekrot darauf hin, dass in der Praxis nicht alle Baufirmen bereit sind für diesen Schritt. „Viele reden mehr über BIM anstatt tatsächlich damit zu arbeiten“, sagt er. „Glücklicherweise gibt es eine Reihe von fortschrittlichen Unternehmen, die bereits in einem zukunftsweisenden Stadium in einer BIM-Umgebung arbeiten. Software-Anwendungen, in denen Modellieren, Berechnen und Zeichnen kombiniert werden, sind immer noch selten. Aber auch hier erwartet er Veränderungen in der Zukunft. „Eine Kombination aus diesen Disziplinen hat enormes Potenzial. Neben technischen Daten und Fertigungszeichnungen ermöglicht das Modell uns auch, technische Berechnungen direkt aus dem Modell heraus zu erstellen. Veränderungen sind einfach zu implementieren. Neuberechnungen werden automatisch abgeschlossen und so sind die Folgen einer Änderung direkt in der Planung zu sehen. Dies wird Überraschungen während des Bauprozesses verhindern. In einem frühen Stadium des Konstruktionsprozesses lässt sich so die Planung optimieren, wovon alle Beteiligten profitieren."

Quelle: Tenbrinke.nl
Projektinformationen:

Kunde: Voortman Steelgroup
Architekt: BDC Ingenieurs en Architecten
Bauherr: Voortman Staalbouw
Berater: DWA
Planungsbüro: 2 Steps Ahead BV
Ausführende Betriebe: Dijkink Elektra BV (Elektro) und JGM Installatietechniek BV (SHKL)

Referenzen und Anwenderberichte

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