BIM als Lösung für 256 m²

Nicht nur bei Großprojekten, auch für den Bau von Eigenheimen oder einzelnen Eigentumswohnungen stellt die BIM-Planungsmethode eine gute Lösung dar. Das beweist Schlepers Installatechniek bei einem Projekt im niederländischen Markelo. Das Unternehmen hat bis zum Sommer 2017 für einen privaten Bauherren auf seinem Grundstück den Bau einer zusätzlichen, zweigeschossigen Wohneinheit inklusive kleinem Dachgeschoss gemäß BIM umgesetzt.

Autorin: Lieke van Zuilekom

 

Schlepers Installatietechniek verantwortete bei diesem Bauprojekt die Planung und Installation aller HLK-Systeme, einschließlich Trinkwasser-, Zentralheizungs-, Gas- und Entwässerungssysteme. Das Bauunternehmen sei mit mehreren Herausforderungen konfrontiert gewesen, erzählt der technische Zeichner des Unternehmens Tom ten Berge. „Die Wohneinheit ist mit einer Wasser-/Wasser-Wärmepumpe ausgestattet, die das Haus mit Grundwasser klimatisiert und für den erforderlichen Warmwasserbedarf sorgt. Gerade dafür mussten wir gezielte Maßnahmen ergreifen.“


Am Ende wurde beschlossen, das Platzangebot im Lagerraum zu nutzen, sagt er. „Aber das hat nicht alle Probleme gelöst. Darüber hinaus verlaufen einige Fenster vom Erdgeschoss über die ganze Front bis zum Dachfirst, was für die Beheizung des Hauses eine weitere Schwierigkeit darstellte. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, haben wir entschieden, dieses Projekt gemäß der BIM-Methode durchzuführen.“

Zeitersparnis

Die Immobilie in Markelo ist das mittlerweile zweite BIM-Projekt für Schlepers Installatietechniek. „Vor Kurzem haben wir einen Ferienbungalow entworfen. Da konnten wir die BIM-Software und die neue Arbeitsweise bereits kennenlernen“, berichtet ten Berge. „Das Objekt in Markelo ist das erste Projekt, bei dem wir die Software in vollem Umfang genutzt haben. Das heißt, wir haben selbst die Heizlast-, Zentralheizungs-, Warm- und Kaltwasserberechnungen erstellt – alles nach den aktuellen Standards. Im Vergleich zum traditionellen Zeichnen haben wir damit eine enorme Zeitersparnis erzielt.“

Die Umstellung von AutoCAD auf eine BIM-kompatible Lösung ist nach ten  Berge nur logisch: „Weil BIM die Zukunft ist. Eine Zukunft, auf die wir uns bereits vorbereiten. Damit wir den Anschluss nicht verpassen, sondern Teil eines neuen sowie leistungsstarken Gebäudesektors sein können.“

Steile Lernkurve

Bei der Auswahl der richtigen BIM-Softwarelösung traf Schlepers Installatietechniek keine überstürzten Entscheidungen. „Wir haben aktiv nach dem Optimum an benötigten Features in Kombination mit einem guten Preis gesucht. Letztendlich luden wir drei Softwareunternehmen zu einer ausführlichen Produktdemonstration ein. DDS-CAD war von Anfang an die beste Wahl“, erinnert sich ten Berge. „Nicht nur wegen der umfassenden Funktionen, auch dank der ausgezeichneten Kundenbetreuung auf die ich in der Anfangsphase dieses Projekts häufig zurückgegriffen habe. Ich habe zwar eine zweitägige Schulung absolviert, um die Grundlagen der Software zu erlernen. Aber erst, wenn man wirklich mit dem Programm arbeitet, entdeckt man die für sich wichtigen, inhaltlichen und oft projektbezogenen Fragen.“

Ten Berge führt weiter aus: „In der Anfangsphase eines BIM-Projekts ist die Lernkurve als Zeichner natürlich recht steil. Weil BIM eine ganz andere Art des Arbeitens und Denkens verlangt. Während man beispielsweise Linien mit AutoCAD zeichnet, arbeitet eine BIM-Software mit Objekten, denen Eigenschaften zugeordnet werden. Bevor man mit dem Zeichnen beginnt, ist es wichtig, dem Modell so viele Informationen wie möglich hinzuzufügen. In der Vorbereitungsphase beansprucht das vielleicht etwas mehr Zeit, es zahlt sich aber definitiv später in der Planungs- und Bauphase aus. Bis hin zur Wartungs- und Betriebsphase.“ Als Beispiel nennt er die Berechnung von Fußbodenheizungen: „Früher habe ich mehr als einen halben Tag gebraucht, um zu berechnen, wie viele Meter Rohr für die Fußbodenheizung benötigt werden und in welchem Abstand. Jetzt werden diese Informationen in einem Bruchteil der Zeit aus dem digitalen Modell abgeleitet. Dadurch wird auch die Fehlerquote minimiert.“

Für das Projekt in Markelo sei das BIM-Modell ausschließlich für den unternehmensinternen Gebrauch bestimmt gewesen. Denn nicht alle Baupartner seien bereits mit BIM vertraut. Zudem stieg Schlepers Installatietechniek erst zu einem Zeitpunkt in das Projekt ein, an dem die meisten Partner ihre Entwürfe bereits (fast) fertiggestellt hatten. Dennoch habe sich BIM aufgrund der Komplexität der Immobilie als enormer Vorteil für Schlepers Installatietechniek erwiesen. „In Zukunft, wenn BIM weitreichender genutzt wird und die baubeteiligten Parteien zunehmend an einem Modell zusammenarbeiten, kann dieser Mehrwert nur steigen“, lautet daher ten Berges Fazit.

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